Komplettdämmung II - Seitenteile, Dach, Kofferraum

Nach der Dämmung des Fahrzeugbodens widmen wir uns den höhergelegenen Teilen, wie den hinteren Seitenteilen sowie dem Dach. Auch wenn die Dämmung des Dachs eine nicht unerhebliche Arbeit ist lohnt es sich doch, es ist eine große mitschwingende Fläche die besonders im Bass- und Tiefbassbereich zum Schwingen angeregt wird. Dadurch verliert man Präzision in diesen Bereichen. Dem wirken wir hier mit Streben und Dämmung entgegen.
Es geht hier bei dem Stand aus ‚Bodendämmung’ weiter – d.h. im Fahrzeug ist so gut wie nix mehr drin. Merke: Wo kein Teppich drin ist, kann man auch keinen mit Kleber oder Alubutyl versauen.


Auch hier gilt: Bevor man irgendwo Dämmung aufklebt, die betreffenden Flächen zuerst mit Aceton reinigen um Rückstände und Fette zu entfernen. Das verwendete Alubutyl kann mit einer kräftigen Schere entsprechend passend schneiden und dann kräftig mit einer festen Kunststoffrolle anrollen. Sicherheitshalber sollte man sich dünne Arbeitshandschuhe anziehen, an den Schnittkanten der Aluschicht schneidet man sich recht schnell!

Falls man es noch nicht gemacht hat sollte man gleich noch die Rücksitzbank ausbauen, gibt jetzt Platz und muß später um den Himmel heraus zu bekommen sowieso raus. An den Seiten sind die Bowdenzüge für die Entriegelung an 2 Stellen an der Verkleidung los zu clipsen, in der Mitte ist vorne und hinten je eine Plastikabdeckung, die geclipst ist, darunter und an den Seiten befinden sich mehrere Schrauben die man mit einem 10er Vielzahnschlüssel losbekommt, für das Gurtschloss benötigt man einen 17er Schlüssel. Dann kann man die Rücksitzbank herausnehmen.


Um die hintern Seitenteile zu dämmen (Besonders wichtig sollte man vorhaben auch dort Lautsprecher einzusetzen) müssen die eingenieteten Plastikteile ausgebaut werden. Dazu die Nieten mit einem 7,5mm Bohrer aufbohren.


Jetzt kann man hier mit Karosseriekleber Alurohre als Streben aufkleben. Die Rohre kann man dazu auch etwas biegen um sie der Form der Seiten anzupassen. Hier sollte immer gut Kleber hinter, der ist flexibel und gleicht etwaige Wärmedehnungsunterschiede der Materialien aus. Die Rohre werden mit kurzen Alubutylstreifen fixiert damit der Kleber fest werden kann.


Dann alles mit Alubutyl dämmen, soweit man mit den Händen hinkommt. Zwei Schichten sollten es für optimales Ergebnis sein, im Bild ist erst eine Schicht aufgebracht und auch noch nicht komplett.


Die Kunststoffteile bekommen auch eine Behandlung mit Alubutyl. Die Lautsprecheröffnung wird wenn man sie nicht braucht mit einem dünnen Multiplexausschnitt verschlossen.


Von vorn werden die geraden Flächen ebenfalls mit Alubutyl gedämmt, zusätzlich kommt selbstklebender Filz oder OCA 10i als Luftschallabsorber zum Einsatz.


Mit einer entsprechenden Nietzange werden M5 Einnietmuttern in die Löcher der ausgebohrten Nieten gesetzt, so kann man den Kunststoffeinsatz mit M5 Schrauben befestigen und bei Bedarf wieder los nehmen.


Die gesamte hintere Seitenverkleidung bekommt eine Dämmung mit Alubutyl + eine Schicht selbstklebenden Filz oder OCA 10i. Die Verkleidung noch nicht wieder einbauen sondern erst zur Seite legen, wir haben noch was vor…


Erstmal zum Kofferraum. Dieser sollte beim Einsatz eines Subwoofers immer gedämmt werden. Besonders d as Heckabschlussblech ist sehr labil und bedarf auch hier wieder einer Alustrebe um gute Stabilität zu erreichen. Hier und an den Kofferraumseiten sowie an den Radhäusers werden mit 2 Lagen Alubutyl gedämmt, auch so weit es geht in die seitlichen Nischen hinein. Darüber kommt eine Schicht Dämmfilz oder OCA 10i.


Der Boden und die Wände der Reserveradmulde (RRM) werden auch mit 2 Schichten Alubutyl gedämmt. Für den Kofferraumboden der recht stabil ist genügt eine Schicht, unter die Rücksitzbank kommen wieder zwei Schichten. Zur Befestigung einer Grundplatte zur Montage von Endstufen. Sicherungsverteilern und Powercaps in der Reserveradmulde bietet es sich an Einnietmuttern in die Streben zu setzen, hier im Bild rot markiert. Die Auflageflächen werden mit OCA 10i beklebt um ein Klappern zu vermeiden.


Die Platte für die RRM misst man sich aus und sägt oder fräst sie passend. Der untere äußere Rand wird am besten mit einer 45° Fase versehen. Die roten Punkte markieren die Löcher für die Schrauben, an den Stellen der beiden vorderen werden von unten ca. 15mm dicke Klötzchen angebracht, damit die Platte gerade sitzt.


Nun gehen wir zur Dachdämmung über. Dazu muss der Himmel ausgebaut werden. Bei den meisten Fahrzeugen ist das kein Problem, da kann dieser durch die Kofferraumklappe herausgenommen werden. Anders beim Scirocco. Einzige Möglichkeit ihn heile herauszubekommen ist durch die ausgebaute (!) Beifahrertür wenn alle (!) Sitze und die Mittelkonsole ausgebaut sind. Wie man die Sitze usw. herausbekommt wurde ja schon erklärt, machen wir bei der Tür weiter. Im gelben Kreis im Bild ist eine Nase die man mit einer Spitzzange packt und nach oben drückt um den Stecker zu entriegeln, das geht recht stramm. Dann kann man das Gummi abziehen, der Stecker selber ist mit einem orangefarbenen Bügel gesichert, der einfach aufgeklappt wird um dann den Stecker abziehen zu können.


Hierzu ist ein Helfer vonnöten. Erst den ‚Aufhalter’ mit einem Torx Schraubendreher lösen, dann die beiden dicken Schrauben die die Tür halten mit einem 17er Schlüssel losschrauben. Für den haltenden Helfer wird’s leichter, wenn man die Tür auf einem stabilen Kasten o.ä. leicht abstützt. Ich habe diesen Schritt in einem Atemzug beim Bau der Doorboards gemacht, da ich diese zum Ablamineren sowieso ausbauen mußte.


Die A-Säule baut man ab, indem man erst die schmale Abdeckung zwischen Handschuhfach und Türholm abclipst, dann löst man oben zuerst mit einem dünnen Werkzeug, z.B. einer dünnen Plastikkarte (wie diese Scheckkartengroßen Kalender) das Airbagschildchen heraus, dieses hat kleine Nasen die man etwas nach innen drücken kann, gleichzeitig nach vorn ziehen. Dahinter ist ein Metallclips, den man mit einem dünnen Schraubendreher entriegelt. Dann die A-Säule von oben abziehen, an den gelb markierten Stellen sind kleine Kunststoffclipse.


Jetzt die Sonnenblenden abbauen, dazu den Fuß aushaken indem man erst vorn losclipst und dann hinten aushakt, danach den Stecker für die Spiegelbeleuchtung lösen.


Bei den anderen Haltern der Sonnenblenden versteckt sich unter einer Abdeckung eine TORX Schraube die herausgedreht werden muss.


Hinter der Abdeckung des Innenlichts verbergen sich 2 Schrauben die gelöst werden müssen, nun kann man den Plastikeinsatz herausnehmen und kommt an den Stecker der Innenbeleuchtung heran, diesen abziehen.


Die Haltegriffe sind geclipst. Um diese los zu bekommen die kleinen Abdeckungen aufklappen, und mit je 2 Schraubendrehern einen Clips zusammendrücken und den Griff herausziehen, dann den anderen genauso.


Hier sieht man wie es aussieht, mit ein bisschen Fummeln sind die ruckzuck gelöst. Jetzt hängt der Himmel nur noch auf den Abdeckungen der B-Säulen.


Nun den Himmel von den B-Säulen heben, ihn ein wenig biegen (vorsicht!), dabei hin- und herrangieren, aufpassen das man ihn nicht beschädigt (Schalthebel!!) und aus der Türöffnung herausnehmen. Hier sieht man die Spezialtechnik die ich dafür entwickelt habe – ein Helfer der anfasst statt zu fotografieren geht aber auch.


Nachdem man für den Himmel ein sauberes Plätzchen gefunden hat muss die Pappe vom Dach ab, dies geht gut wenn man einfach mit der Hand dazwischenfährt. Nicht zu doll ziehen, man will ja keine Beulen im Dach! Ein wenig Kraft ist allerdings von Nöten.


Die Klebernähte bekommt man wenn man erstmal einen Anfang hat sehr gut abgezogen, auch hier gilt, nicht zu doll ziehen sonst kann es Beulen geben. Wenn es mal nicht will, hilft ein stabiler Kunststoffspachtel, oder man biegt eine Cuttermesserklinge etwas und schneidet es herunter.


Da unterm Dach nicht viel Platz ist kommen hier nur 10mm dicke Alurohre zum Einsatz. Die Rohre müssen so gebogen werden das sie sich gut der Dachkontur anschmiegen. Dann mit viel Kleber verkleben und mit Alubutylstreifen fixieren. Wichtig, hier unbedingt drauf achten das die Rohre spannungsfrei und mit dick Kleber hinter verklebt sind, das Dach ist sehr labberig und kann allzu stramm sitzende Streben im wahrsten Sinne des Wortes krumm nehmen!


Jetzt werden alle freien Flächen mit 2 Lagen Alubutyl gedämmt. Damit es besser geht und sich nicht daran verletzt, kann man die Blechhalter für die Haltegriffe abschrauben. Wer auf Nummer sicher gehen will, klebt diese später vor dem Anschrauben mit etwas Karosseriekleber an.


Damit der dünne Himmel nicht zu schwer wird verzichten wir auf die sonst obligatorische Schicht Alubutyl, dafür wird vollflächig selbstklebender Filz oder OCA 10i aufgeklebt. Das sitzt später auf Pressung, so klappert und zittert trotzdem nichts. Durch die faserige Konsistenz des Himmels kann es sein das selbtklebende Materialen nicht gut halten, dieses Problem lässt sich jedoch mit einer Dose Pattex eliminieren. Jetzt kann man alles wieder in umgekehrter Folge zusammenbauen.


Die Verkleidungen im Kofferraum bekommen auch ihre Kur. Um sie los zu bekommen sind unter 2 kleinen Abdeckungen in den Griffmulden TORX-Schrauben, der Rest ist komplett geclipst. Die gelben Punkte geben die ungefähre Position an. Die Clipse gehen recht stramm, es ist also sanfte Gewalt gefragt.


Die große Verkleidung wir mit einer Schicht Alubutyl und selbstklebendem Filz oder OCA 10i beruhigt, bei den kleinen reicht OCA.


Auch die C-Säulen bekommen eine Lage Alubutyl + OCA 10 i


Wer will, kann die Holme im Dach und die C-Säulen sowie in der Kofferraumklappe, wo man nicht mit Dämmung herankommt, mit Bauschaum füllen. Hier nur den 2-Komponentigen verwenden da er nicht so stark drückt und auch unter Luftausschluß härtet. Laut dem Aufdruck auf der Dose habe ich genau den richtigen, zumal er farblich zum Auto paßt :-)


Praktischerweise befindet sich im Hohlraumd er Kofferraumklappe keinerlei Mechanik von Schloß oder Wischer, so dass alles mit ruhigem Gewissen vollgeschäumt werden kann.


Da alles schnell gehen muß (5min Verarbeitungszeit pro Dose, am besten machen wenn es etwas kühler (10°C) ist), habe ich in die C-Säulen durch Öffnungen jeweils 2 Schläuche gelegt, die auf den Anschluß der Dose passen. So kann man ohne langes Zielen die C-Säulen schnell füllen. Bei den Dachholmen (hier im Bild) oder der Kofferraumklappe ist das nciht so kritisch da man mit dem zugehörigen Plastikröhrchen überall hinkommt.
Achtung! fehlgeleiteten Schaum kann man nur im nicht ausgehärteten Zustand mit Aceton entfernen, von daher ALLES! gut abkleben mit Folie etc.!

Nun geht es ans Zusammenbauen, ist ein guter Haufen Teile die da wieder hinein müssen. Lohn der Mühe sollte ein absolut klapperfreier Innenraum sein!

Material für die hier gezeigte Dämmung:

ca. 2 Rollen á 2,5m² Alubutyl fürs Dach + ca. 1,5 Rollen für Seitenteile und Kofferraum – je ca. 100€ - www.carhifi-store-buende.de
Ca. 20 Matten 33x50cm OCA 10i – je Matte ca. 12€ - www.sound-install-products.de
4m Alurohr 15mm – ca. 4€/m – Baumarkt
6m Alurohr 10mm – ca. 3,50€/m – Baumarkt
2 Kartuschen Karosseriekleber – ca. 5€/Kartusche - Autozubehör
Aceton – ca. 5€ - Autozubehör
3 Dosen 2K-Bauschaum - Baumarkt

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